Sog statt Druck

Im Leben braucht man keinen Druck, sondern Sog.

 

Flugzeuge fliegen, weil Sog aufgebaut wird.“

 

(Götz Werner)

 

Überall in unserer Welt begegnen wir der Logik, Menschen und Dinge durch Druck in eine bestimmte Richtung zu bewegen, damit ein gewünschter Effekt eintritt.  Das Druck-Prinzip begegnet uns in allen Lebensbereichen.

In den Bereichen, in denen kein Druck ausgeübt werden kann, wird das Sog-Prinzip angewendet.

Interessanterweise ist Marketing einer dieser Bereiche. So kommt das Zitat, das mich zu diesem Artikel inspiriert hat, von Götz Werner, dem Gründer der Drogerie-Kette dm.

 

Unbewusst oder bewusst wenden wir alle diese Logik selbst an, in unseren Beziehungen, der Erziehung unserer Kinder, aber eben auch in unserer beruflichen Entwicklung und uns selbst gegenüber. Ich beobachte immer wieder, wieviel leichter sich GründerInnen tun, die sich von einem Sog ziehen lassen und merke auch an mir selbst immer wieder den Unterschied zwischen Sog- und Druck-Prinzip.

 

Sog vs. Druck

 

 

Einem Sog zu folgen ist etwas intuitives, unüberlegtes. Wir bewegen uns wie von selbst in eine bestimmte Richtung,

und es fühlt sich einfach gut an. Eine Idee, ein Ort, ein Projekt begeistert uns und zieht uns an.

Über Hindernisse, denen wir unterwegs begegnen, werden wir sozusagen „drübergesaugt“. Es gibt sie und wir sehen sie, die Anziehungskraft vom dem, was uns anzieht und motiviert, macht uns aber sozusagen Räuberleiter.

 

Wenn wir dem Druck-Prinzip folgen, üben wir Druck auf uns selber aus oder lassen zu, dass andere Druck auf uns ausüben. Wir überlegen uns, welche Richtung oder welches Ziel für uns gut und sinnvoll wäre. Dann machen wir uns auf den Weg und sind unterwegs vollauf damit beschäftig, den Druck nicht zu groß werden zu lassen, sodass wir zumindest noch atmen können. Wir fühlen uns oft wie getrieben und uns fehlt die innere Motivation. Steine auf dem Weg werden schnell zu großen Hindernissen, die uns an unserem Weg, aber auch an uns selbst zweifeln lassen.

 

 

Der Vorteil vom Sog

 

 

Man kann auch durch Druck an Orten und Zuständen ankommen, die einem gefallen, keine Frage. Man hätte sicher auch Flugzeuge erfinden können, die in die Höhe gedrückt statt gesogen werden (ok, mit Flugzeugtechnik kenn ich mich nicht aus, der Vergleich hinkt). Der eigentliche Punkt ist, dass es einfach soviel einfacher und freudvoller ist, sich vom Sog leiten zu lassen, gerade in beruflichen Fragen und ganz besonders in der Gründungszeit.

 

Der wesentliche Unterschied zwischen dem Sog- und dem Druck-Prinzip ist nämlich die Kraft, die uns der Weg kostet. Denn es kostet nicht nur viel Energie, sich unter Druck zu bewegen und ihm standzuhalten, sondern auch, ihn überhaupt erst aufzubauen. Und das tun wir ja oft. Wir setzen uns selbst unter Druck, indem wir perfektionistisch sind, Ziele erreichen wollen, die wir mehr im Kopf als im Herz anziehend finden, Erwartungen von Außen erfüllen wollen, usw. 

 

Stattdessen können wir uns auch ziehen lassen.

 

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