Wanted: Fokus!

Ich kenne ihn. Ich weiß, wie er aussieht. Ich weiß, wie er sich anfühlt.

Ich weiß, wie wichtig er ist. Ich weiß, wie und wo ich ihn finden kann.

Und trotzdem ist es – mal wieder – passiert: Ich habe meinen Fokus verloren. Ohne es zu merken.

Irgendwo zwischen meiner langen Sommerfrische und meiner zweiten Arbeitswoche danach.

Mein Arbeitsalltag besteht aus mehreren Projekten, die parallel laufen.

Das ist schon lange so und für mich passend, diese Mehrgleisigkeit scheine ich noch zu brauchen.

Ich habe also nach meinem Urlaub wieder angefangen, mit Aufgaben, Fristen und Terminen zu jonglieren,

meine Zeit und Energie wohldosiert in die einzelnen Projekte zu stecken.

Eine Woche lang ging alles gut, alle Bälle in der Luft, abwechselnd im Blickfeld, alles entspannt.

In der zweiten Woche jedoch hat sich dann etwas verändert.

Ein Ball ist mir runtergefallen, ohne dass ich es gemerkt hab, weil ich so beschäftig mit den restlichen Bällen war.

Der Ball ist also einfach auf dem Boden liegen geblieben. Blöderweise war der Ball auf dem

Boden „stark & entspannt gründen“ und der nächste Start von meinem 6-wöchigen Programm.

Aus den Augen, aus dem Sinn. Ball futsch, Fokus futsch.

 

Die Woche drauf hat es dann angefangen.

In meinen anderen Projekten hat sich auf einmal ganz viel getan, so viel ist vorangegangen, es war super…

(Da sieht man mal, wieviel Fokus mit Produktivität zu tun hat.)

Dass dabei gleichzeitig ein anderes Projekt, das sich grad ganz dringend weiterentwickeln will,

auf der Strecke geblieben ist, hab ich leider erst gemerkt, als es zu spät war:

Als der nächste Start meines 6-wöchigen Coachingprogramms vor der Tür stand und ich so gut wie keine Marketingmaßnahme umgesetzt hatte, obwohl ich sie so gut geplant hatte.

Doch es geht nicht nur um den äußeren Fokus, also den konzentrierten Blick auf die Dinge,

die getan werden müssen und das Erledigen selbiger.

Es geht genauso um den inneren Fokus. Bin ich mit Leib und Seele dabei? Weiß ich, wo ich hin will?

Kenne ich meine Vision? Ist sie noch lebendig? Bin ich in Kontakt mit meiner inneren Triebkraft?

War ich nicht.

Mein Leib und meine Seele waren gerade woanders unterwegs. In genauso wichtigen, erfüllenden Projekten,

aber eben trotzdem nicht da, wo ich sie gebraucht und gewollt hätte.

 

 

Entscheidend ist, den Fokus im richtigen Moment zu wechseln

 

 

Aber geht das überhaupt, sich auf mehrere Dinge gleichzeitig zu fokussieren?

Nein. Fokussieren kann man sich immer nur auf eine Aufgabe.

Die Kunst ist es also nicht, sich auf mehrere Dinge gleichzeitig zu fokussieren,

denn dann würde man am Ende anfangen zu schielen und alles doppelt oder verschwommen zu sehen.

(Wer eine humoristische Einlage dazu möchte, hier bitte.)

Die Kunst ist, gezielt den Fokus zu wechseln.

Zu wissen, wann der Moment gekommen ist, woanders hinzuschauen und sich anderen Dingen mit

Leib und Seele zu widmen, auch wenn das in diesem Moment unangenehm ist.

Gerade in der Gründungszeit, wenn man sich um gefühlte 2946 Baustellen gleichzeitig kümmern muss,

ist diese Fähigkeit umso wichtiger. Ein zu langes Zögern, ein zu langes Schauen in eine andere Richtung kann

unter Umständen sehr unangenehme Folgen haben.

Sich der Reihe nach um die anstehenden Dinge zu kümmern und eins nach dem Anderen abzuhaken funktioniert

in den seltensten Fällen im Gründungsalltagswahnsinn.

 

 

Was also tun?

 

 

Die Frage aller Fragen ist also jetzt: Wie kann das funktionieren, den Fokus gezielt zu wechseln?

Zu allererst: Bewusstsein.

Beobachte dich und deinen Fokus. Wann ist er wo? Wo geht er gerne hin, was zieht ihn an?

Fällt es dir generell leicht oder eher schwer, dich zu fokussieren?

Beschäftige dich mit den Dingen, die hinter deinem Fokus stehen. Allen voran deine Vision, deine Ziele,

deine innere Triebkraft. Gib ihnen Raum. Reflektiere sie. Wenn du dir klar darüber bist, was du willst und wieso,

sind die Grundlagen für den inneren Fokus da.

Jetzt kannst du dich um deinen äußeren Fokus kümmern. Den gilt es jetzt, gezielt lenken zu können.

Deswegen der nächste Schritt: Ausprobieren und Verfestigung.

Wie kannst du deinen Fokus lenken? Gibt es Hilfestellungen (auch von Außen), die du dir holen oder schaffen kannst?

So etwas könnte sein:

Wechsele deinen Arbeitsplatz, wenn du dich auf eine anderen Aufgabe fokussieren willst, geh an die frische Luft,

hänge dir einen Zettel mit dem aktuellen Thema auf, oder sing ein Lied, ausprobieren kann man es ja mal.

Finde heraus, was für dich gut funktioniert.

Deswegen zu guter Letzt: Fall nicht auf dich selbst rein. Beobachte dich und dein Arbeiten und reflektiere beides

in regelmäßigen Abständen, am besten permanent.

Nur so kannst du rechtzeitig merken, wenn du deinen Fokus verlierst.

 

 

Die Bedeutung der Planung

 

 

Aber woher wissen, wann der richtige Moment für einen Fokus-Switch ist?

Und woher wissen, worauf man sich als nächstes fokussieren sollte?

Es gibt sicher einige wenige unter uns, die das im Gespür haben, die intuitiv wissen, wann es wo weitergeht,

auf was sie sich in welchem Moment konzentrieren müssen.

Für alle Anderen (und das sind die Meisten) heißt die Antwort: Planung.

Ja, das ist weniger sexy als Intuition und manchmal nervig, finde ich persönlich zumindest.

Aber Planung ist die Grundlage, auf der sich dein Fokus bewegt und orientiert.

Mach dir einen Businessplan, einen Marketingplan, einen Zeitplan, einen Projektplan, einen Planungsplan,

führe deinen Kalender genau und deine to-do- Listen (oder andere Zeitmanagement-Tools) noch genauer.

Nicht nur, dass diese Planung dir den Rahmen zeigt, in dem du dich bewegst.

Sie leert auch deinen Kopf, bringt viele kleine Dinge vom Kopf aufs Papier (oder in die digitale Welt).

Das gibt dir den inneren Raum, damit du dich überhaupt erst fokussieren kannst.

Und versuche nicht, dich an deine Planung zu halten – halte dich einfach dran!

Mach nicht denselben Fehler wie ich, zwei Wochen lang sämtliche Notizen in deinem Kalender zu „übersehen“,

weil es auf einer anderen Baustelle gerade soviel Spaß macht oder die Arbeit dort wichtiger scheint.

Das soll natürlich nicht heißen, dass du in einem brennenden Haus noch deinen Blogartikel fertig schreibst,

anstatt zu löschen (oder zu flüchten).

Planung muss natürlich immer flexibel sein und sich ab einem gewissen Punkt den Umständen anpassen.

Aber Fokus ohne Planung funktioniert nicht, am allerwenigsten in der Gründungszeit.   

 

 

Wenn du Zeit und Raum möchtest, um dich mit deinem inneren Fokus auseinander zu setzen, dann komm zu meinem Workshop Wanted: Fokus! 

Hier lernst du deinen inneren Fokus kennen, deinen äußeren Fokus lenken und findest heraus,

wie dich das in der Gründungszeit unterstützen kann.

 

Wann: 19.10 2017 von 9 bis 11.30 Uhr

Wo: Lerchenfelderstraße 60/3 im 8. Bezirk

Inhalte: Impulsvortrag, angeleitete Selbstreflektion, Coaching

Max. Teilnehmerzahl: 7 Personen

Kosten: 65 €

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